Studien zur Wirkung von OPC auf den Stoffwechsel

Studie 2009:

Effekt von Rotwein auf die Ausscheidungen von Urin-Protein, 8-Hydroxydeoxyguanosine und Leber-Typ fettsäurebindende Proteine, bei Patienten mit diabetischer Nephropathie.

 

Im August 2009 veröffentlichte das „Metabolism–Clinical and Experimental Journal“ eine Studie, die untersuchte ob der Konsum von Rotwein Auswirkungen auf die im Urin befindlichen Eiweiße, 8-Hydroxydesoxyguanosin und Leber-Typ fettsäurebindenden Proteine, bei Patienten mit diabetischer Nephropathie hat.

 

Anmerkung zur Überschrift:

Die diabetische Nephropathie bezeichnet eine fortschreitende Nierenerkrankung, deren Ursache ein langjähriger Diabetis mellitus ist und die häufigste Ursache eines dialysepflichtigen Nierenversagens.

 

Anhand der Eiweiße im Urin kann gemessen werden, ob ein Nierenschaden bei einer Person vorliegt (normalerweise sind nur wenige davon im menschlichen Urin vorhanden). Mögliche Ursachen eines Nierenschadens sind unter anderem Diabetes mellitus und Arteriosklerose.

 

Das 8-Hydroxydesoxyguanosin (8-OHdG), ist ein sog. „Blutmarker“ mit dem oxidativer Stress und die Effizienz eines Wirkstoffes gemessen werden kann. Es ist ein organisches Molekül und stellt einen Baustein unserer DNA und RNA dar. Der Nachweis einer Konzentrationserniedrigung von 8-OHdG dient in dieser Studie dazu, die protektiven Eigenschaften von Rotwein nachzuweisen.  

 

Die Leber-Typ fettsäurebindenden Proteine, kurz  „FABP“ sind ebenfalls „Blutmarker“, anhand derer ein Herzinfarkt (Myokardinfarkt) erkannt werden kann. Dieser entsteht, wenn mehrere Herz-Kranz-Gefäße blockiert sind und das Herz nicht mehr ausreichend mit Sauerstoff versorgt werden kann. FABP ist ein klitzekleines Protein. So klein, dass es in Zellen Fettsäuren transportieren kann. Besonders massiv kommt es im Herzen vor. Wird nun der Herzmuskel durch mangelnde Sauerstoffzufuhr verletzt, so gelangen erhebliche Mengen des kleinen Proteins in den Kreislauf (Studie!). Wird ein Betroffener auf Grund von Brustschmerzen in ein Krankenhaus eingeliefert kann anhand von Blut oder Urin die Menge von FABP untersucht werden.

 

In dieser randomisierten Studie tranken 24 Diabetes mellitus Typ 2 Patienten mit Nephropathie, aufgeteilt in 2 Gruppen, über einen Zeitraum von 6 Monaten jeden Tag entweder 118 ml Rot- oder Weißwein. Als Kontrollgruppe dienten Probanden mit gleichem Krankheitsbild, die keinen Alkohol tranken. Das Blut wurde am Beginn der Untersuchung und nach der Dauer von 6 Monaten untersucht.

 

Die Wissenschaftler stellten bei den „Rotweintrinkern“ einen signifikanten Rückgang von Eiweißen im Urin, 8-OHdG und L-FABP Ausscheidungen fest. Diese Beobachtung deutet auf eine nierenschützende Wirkung hin. Dies kann zum Teil darauf zurückgeführt werden, dass Rotwein oxidativen Stress mindern kann.

 

(Quelle: Metabolism. 2009 Aug;58(8):1185-90. doi: 10.1016/j.metabol.2009.03.019. Epub 2009 Jun 18. Nakamura T., Fujiwara N., Sugaya T. Ueda Y. Koide H. Originaltitel: Effect of red wine on urinary protein, 8-hydroxydeoxyguanosine, and liver-type fatty acid-binding protein excretion in patients with diabetic nephropathy.)

 

 

Studie 2012:

Effekte von Rotwein-Polyphenolen und Alkohol auf den Glukosestoffwechsel und das Lipidprofil: eine randomisierte klinische Studie

 

In dieser im September 2012 veröffentlichte Studie verglichen die Forscher die Auswirkungen von Rotwein, nicht-alkoholischen Rotwein und Gin auf den Glukosestoffwechsel und das Lipidprofil.

Es wurde untersucht, ob Rotwein-Polyphenole und Alkohol einen Einfluss auf den Glukosestoffwechsel und das Lipidprofil ausüben können. Als Hintergrund dienten epidemiologische Daten, die nahe legten, dass ein moderater Rotweinkonsum das Risiko, an Herzkreislauf Erkrankungen und Diabetes zu erkranken, reduziere.

 

Anmerkung:

Der Glukosestoffwechsel bezeichnet die Energiegewinnung für und Speicherung von Zucker für die Zellen. Glukose ist der wichtigste Energielieferant des menschlichen Körpers. Reguliert wird dieser Stoffwechsel von Hormonen und Enzymen. Bleibt diese Regulierung aus, kann dies zu schwerwiegenden Krankheiten führen.

 

Anhand des Lipidprofils lassen sich die Risiken von Gefäßerkrankungen abschätzen. Hierbei werden eine Reihe von Tests zusammengefasst, um das genaue Risiko abschätzen zu können.

 

An dieser Studie nahmen 67 zufällig ausgewählte Männer mit hohem kardiovaskulärem Risiko teil. Jeder der Probanden erhielt jeweils über 4 Wochen, in zufälliger Reihenfolge, 30 Gramm Rotwein, nicht-alkoholischen Rotwein und Gin. Getestet wurde zu Studienbeginn und nach jeder Verabreichung.

 

Die Ergebnisse dieser Studie zeigen, dass sich die Werte der Probanden nach der Einnahme von Rotwein (mit und ohne Alkohol), verbesserten. Das Fazit dieser Studie ist, dass die Polyphenole des Rotweins eine schützende Wirkung auf das Herz-Kreislauf-System haben und sich positiv auf eine Insulinresistenz auswirken.

 

(Quelle: Clin Nutr. 2013 Apr;32(2):200-6. doi: 10.1016/j.clnu.2012.08.022. Epub 2012 Sep 3.; Originaltitel:

Effects of red wine polyphenols and alcohol on glucose metabolism and the lipid profile: a randomized clinical trial.

Chiva-Blanch G1, Urpi-Sarda M, Ros E, Valderas-Martinez P, Casas R, Arranz S, Guillén M, Lamuela-Raventós RM, Llorach R, Andres-Lacueva C, Estruch R.)

 

 

Studie Darm 2012:

Der Einfluss von Rotwein-Polyphenolen und Alkohol auf die Darmflora sowie auf die biochemischen Biomarker.

 

Das „American Journal of Clinical Nutrition“ veröffentlichte im Juni 2012 eine Studie über den Einfluss der in Rotwein enthaltenen Polyphenole und des Alkohols auf die menschliche Darmflora und auf biochemische Biomarker.

 

Für diese Studie nahmen 10 gesunde männliche Probanden täglich über 20 Tage sowohl  [S1] Rotwein, nicht-alkoholischen Rotwein und Gin zu sich. Anhand von biochemischen Untersuchungen der gesamten fäkalen DNA, wurden über vier Wochen Veränderungen der fäkalen Mikroflora überwacht und analysiert.

 

Die Wissenschaftler konnten feststellen, dass sich durch den Konsum von Rotwein die  Bakterienanzahl in der Darmflora signifikant erhöht hatte.

 

Parallel dazu zeigte sich eine signifikante Abnahme des Blutdrucks, der Triglyceride (Nahrungsfette), des Gesamtcholesterins, des HDL-Cholesterins („gutes“ Cholesterin) sowie der Konzentration an C-reaktiven Proteinen (Bluteiweiße, die im Rahmen entzündlicher Erkrankungen ansteigen).

 

Außerdem konnte ein Zusammenhang zwischen der Konzentrationsänderung von Cholesterin und c-reaktiven Proteinen auf die Zahl der im Darm befindlichen Bifidobakterien (diese Bakterien halten schädliche Bakterien und Krankheitserreger in Schach) nachgewiesen werden. 

 

Die Studie zeigte, dass der Konsum von Rotwein das Wachstum der Darmflora im menschlichen Organismus signifikant steigert. Dieses Ergebnis lässt auf mögliche präbiotische Vorteile der im Rotwein enthaltenen Polyphenole vermuten.

 

Quelle: Am J Clin Nutr. 2012 Jun;95(6):1323-34. doi: 10.3945/ajcn.111.027847. Epub 2012 May 2.; Originaltitel: 

Influence of red wine polyphenols and ethanol on the gut microbiota ecology and biochemical biomarkers.

Queipo-Ortuño MI, Boto-Ordóñez M, Murri M, Gomez-Zumaquero JM, Clemente-Postigo M, Estruch R, Cardona Diaz F, Andrés-Lacueva C, Tinahones FJ.